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Freitag, 25.05.2012
Fliegendes DNA-Labor für's Klassenzimmer
Biozentrum knüpft Netz zwischen Universität und Schulen
Lernen, wie man mit Spucke einen DNA-Test macht? In einer Apotheke für kranke Bienen stöbern? Oder mal im Internet durch das Genom-Projekt surfen? All das können Schüler künftig an der Uni Würzburg tun. Die Forscher des dortigen Biozentrums haben neue Ideen für ein Schul-Universitäts-Netz in Sachen Biologie entwickelt und umgesetzt.

Genanalyse
Genanalyse
© CDC
"Wir wollen bei den Schülern Begeisterung für Biologie und Naturwissenschaften wecken und dazu beitragen, dass sie ihr theoretisches Wissen in der Praxis anwenden können", begründet Seibel die Initiative des Biozentrums. Beispiel: Die Vererbungslehre im Unterricht ist zwar wichtig, aber sie macht nicht anschaulich, wie ein Forscher im Labor aus einer Speichelprobe die Chromosomen gewinnt und dann beurteilt, wie hoch das Risiko für eine Erbkrankheit ist.

Solche und andere Experimente können Schüler und Lehrer bei Projekttagen direkt in den Forschungslabors des Biozentrums durchführen. Die Würzburger Wissenschaftler haben außerdem Materialien für den praktischen Biologieunterricht entwickelt, die sie an die Schulen ausleihen - zum Beispiel einen "Molekularbiologie-Koffer". Mit diesem "fliegenden Labor" im Kleinformat kann die DNA aus einer Speichelprobe isoliert, vervielfältigt und sichtbar gemacht werden - ganz so, als wolle man einen Straftäter anhand seines genetischen Fingerabdrucks überführen.

Für die Schulen gibt es auch die Möglichkeit, an der Uni Großgeräte wie Massenspektrometer oder Gaschromatographen zu nutzen. "Dadurch können die Lehrer in ihrem Unterricht ganz moderne Experimente angehen und die aufwändigen Analysen bei uns durchführen", sagt Seibel. Umgekehrt kommen die Würzburger Wissenschaftler auf Wunsch auch in die Schulen, um dort mit Rat und Tat bei Experimenten zur Seite zu stehen oder über ihre Arbeit zu berichten.

Mit im Boot sind schon jetzt Gymnasien aus Würzburg, Bad Mergentheim, Möckmühl, Kitzingen und Hösbach. "Wir sind aber keine geschlossene Gesellschaft", betont der Zellbiologe Peter Seibel. Weitere Partnerschulen seien im Projekt "Bio-logisch!" jederzeit willkommen. Die Robert-Bosch-Stiftung stellt für dieses Projekt 78.000 Euro aus ihrem Programm "NaT-Working" zur Verfügung. Damit will sie dazu beitragen, naturwissenschaftliche und technische Kenntnisse besser in
der Gesellschaft zu verankern und baut dabei auf persönliche Kontakte
zwischen Schülern, Lehrern und engagierten Forschern.
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