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Montag, 13.02.2012
Wärmster Winter aller Zeiten
Temperaturen lagen um 4,1 Grad Celsius über dem vieljährigen Durchschnitt
Der Winter 2006/07 war der wärmste in Deutschland seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahre 1901. Dabei wurde die Mitteltemperatur der bisher wärmsten Winter - 1974/75 und 1989/90 - gleich um 0,7 Grad übertroffen. Dies belegen erste Auswertungen der Ergebnisse von mehr als 2.000 Messstationen durch den Deutschen Wetterdienst (DWD). Den höchsten Temperaturwert dieses Winters haben die Wissenschaftler mit 19,0 Grad Celsius (°C) am 8. Dezember in Sigmarszell in Bayern gemessen.

Sonnenlicht als Klimafaktor
Sonnenlicht als Klimafaktor
© IMSI MasterClips
DWD-Präsident Wolfgang Kusch führt die extrem hohe Mitteltemperatur dieses Winters vor allem auf anhaltende Südwest- und Westwetterlagen zurück: „Kalte Luftmassen hatten diesmal keine Chance, in Mitteleuropa die Oberhand zu gewinnen. Anhaltende Frostperioden gab es nicht.“

Alle drei Wintermonate deutlich zu warm
Im Winter 2006/07 lagen die Temperaturen im bundesweiten Mittel bei 4,3 °C und somit 4,1 Grad über dem vieljährigen Durchschnitt von 0,2°C. Auf Helgoland war es laut DWD mit einem Mittel von 7,1° C wärmer als üblicherweise in Marseille.

Bereits der Dezember war nach den Erkenntnissen der Meteorologen der laueste seit 32 Jahren. Der Januar schlug dann sogar alle bisherigen Rekorde und war der wärmste seit 1901. Der Februar schaffte immerhin eine Platzierung in den Top 10 der wärmsten Februare.

Im Dezember zu trocken, im Januar und Februar zu nass
Die Niederschlagsbilanz war im Winter 2006/07 nach den Ergebnissen der „Wetterfrösche“ dagegen nur leicht überdurchschnittlich. Es fielen deutschlandweit 213 Liter pro Quadratmeter, fast ausschließlich als Regen. Das sind 118 Prozent der normalen Niederschlagsmenge von 181 Litern pro Quadratmeter.

Im Dezember war es in Küstennähe zwar relativ niederschlagsreich, im größten Teil Deutschlands aber zu trocken, so der DWD. Der Januar fiel dagegen besonders in Nord- und Ostdeutschland sehr nass aus, wo die Messstationen örtlich mehr als das Dreifache der üblichen Regenmenge registrierten. Im Februar war es nur in einigen Teilen Süddeutschlands zu trocken, sonst fiel verbreitet reichlich Niederschlag, gebietsweise mehr als das Doppelte des Normalwertes.

Sonnenschein etwas über dem Soll
Die durchschnittliche Sonnenscheindauer betrug nach Angaben des DWD bundesweit 167 Stunden und lag damit geringfügig über dem Durchschnitt. Im Dezember gab es dabei ein deutliches Nord-Süd-Gefälle mit wenig Sonne in Küstennähe und örtlich mehr als 300 Prozent des Normalwertes in Baden-Württemberg und Bayern. Der Januar dagegen war relativ trübe im Mittelgebirgsraum und wiederum sehr sonnig in Bayern. Im Februar zeigte sich nach den Ergebnissen der Wissenschaftler ein ähnliches Bild: im Norden überwogen die Wolken, der Süden wurde von der Sonne verwöhnt.
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