Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 25.05.2012
Magnetkugel und „Leimrute“ als Proteinfänger
Magnetisch-bioelektischer Proteintest weist selbst winzigste Eiweißmengen nach
Für die medizinische Diagnostik, aber auch für die biomedizinische ist die Identifizierung und Analyse von Proteinen eine wichtige Voraussetzung. Forscher an der New Mexico State University in den USA haben nun einen neuen ultraempfindlichen immunologischen Proteintest entwickelt, der auf einer Markierung der Proteine mit DNA-Strängen beruht und auch für Lab-on-a-chip-Anwendungen geeignet sein könnte.

Laboranalyse
Laboranalyse
© USDA
Der Test basiert, wie viele gängige immunologische Proteintest, auf der Bindung des gesuchten Proteins an zwei gegen dieses Protein gerichtete Antikörper. Der erste Antikörper dient dazu, das Protein aus der Probe zu fischen, der zweite markiert es und macht so die spätere Detektion möglich. Damit ein solcher Test extrem spezifisch und empfindlich ausfällt, müssen zum einen alle störenden Bestandteile der Probe sowie überschüssiger Marker sehr effektiv entfernt werden. Zum anderen braucht man einen guten "Verstärker", der dafür sorgt, dass bereits extrem geringe Mengen des nachzuweisenden Proteins ein gut detektierbares Signal auslösen. Beides hat das Team um Joseph Wang auf pfiffige Weise gelöst.

Und so funktioniert es: Antikörper Nummer eins, der "Festhalter", ist an winzige magnetische Kügelchen gebunden. Wie an einer Leimrute bleibt das Analyt-Protein daran kleben. Beim folgenden Waschschritt werden diese Komplexe magnetisch von allen störenden Bestandteilen der Probe abgetrennt. Nun kommt der zweite Antikörper ins Spiel, der Marker, der sich an die Magnetkugel/Antikörper/Protein-Komplexe heftet. Die zweite Sorte Antikörper ist an winzige Kunststoff-Kügelchen gekuppelt, die außerdem eine Vielzahl kurzer DNA-Stränge tragen.So wird der Komplex nicht nur markiert, sondern auch eine dramatische Verstärkung des Signals erreicht.

In einem weiteren magnetisch unterstützen Waschschritt wird ungebundener Marker sehr gründlich entfernt. Nun kann detektiert werden: Dazu werden die DNA-Stränge, die ausschließlich die Nukleobase Guanin enthalten, von den Kunststoff-Kügelchen abgelöst und aus den Strängen dann die einzelnen Guanin-Nukleobasen freigesetzt. Guanin lässt sich elektroanalytisch sehr empfindlich nachweisen. Wenn Guanin-Moleküle auf einer Elektrode adsorbiert werden, ändern sich deren elektrische Charakteristika. So sind Nachweisgrenzen von 2 Pikogramm (1 pg = ein Billionstel Gramm) des gesuchten Proteins pro Milliliter erreichbar. Auch die Nukleobase Adenin ist elektroanalytisch sehr gut nachweisbar - und liefert ein von Guanin unterscheidbares Signal. Selbst verschiedene DNA-Stränge mit definierten Verhältnissen von Adenin zu Guanin lassen sich, als Marker eingesetzt, voneinander unterscheiden. So könnten sogar mehrere Proteine parallel detektiert werden.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
DNA, Biotechnologie, Chiplabor, Proteinnachweis, Lab-on-a-chip, Antikörper, Biochemie, Proteinanalyse, Proteom, Protein
Weitere News zum Thema
CSI-Methoden können Herkunft von gefangenem Fisch klären (23.05.2012)
Neuartige Gentests helfen, der illegalen Fischerei einen Riegel vorzuschieben
Forscher nutzen DNA lebender Zellen als digitalen Datenträger (22.05.2012)
Umkehrung eines Erbgut-Stücks speichert ein Bit an Information
Ötzi: 5.000 Jahre alte Blutreste entdeckt (02.05.2012)
Forschern gelingt ältester Nachweis von Blutkörperchen an der Eismumie
Erste Bauern Nordeuropas stammten aus dem Mittelmeerraum (27.04.2012)
Steinzeitliche Jäger und erste Landwirte waren genetisch sehr verschieden
Borreliose-Risiko in Ostdeutschland am höchsten (27.04.2012)
Neue Karte zeigt Verteilung der Risikogebiete
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
DNA
Von Genen, Mördern und Nobelpreisträgern
Klonen - Menschen nach Maß?
Der Griff nach dem menschlichen Erbgut
News des Tages
Computersteuerung durch Chipimplantat im Gehirn?
Soja gegen Krebs und Kahlköpfigkeit?
Tiefsee-Einzeller als Umweltindikatoren
Meeresbewohner werden kränker
Geboren im Mai: Glück liegt schon in der Wiege
Magnetkugel und „Leimrute“ als Proteinfänger
Ranking: Keine deutsche Spitzenuniversität gefunden
Lungenkrebs bei Frauen anders
Top-Clicks der Woche
1. Risiko für nuklearen GAU größer als gedacht
2. Stress macht Männer sozialer
3. Feste Essenszeiten wirken Übergewicht und Diabetes entgegen
4. Mensch trägt direkt zum Anstieg des Meeresspiegels bei
5. Straßenlaternen verändern Tierwelt des Bodens