| Neuronen: Erst hören dann senden |
| Neu gebildete Gehirnzellen müssen erst „erzogen“ werden |
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Ähnlich wie neugeborene Kinder können auch frisch gebildete Gehirnzellen nicht sofort perfekt ihre „Sprache“. Sie brauchen die regulierenden Signale weiter entfernt liegender Gehirnregionen um zu reifen und zu überleben, bevor sie in das neuronale Geschehen eingreifen können. Diese Erkenntnis haben amerikanische Forscher jetzt in der Fachzeitschrift „The Journal of Neuroscience” veröffentlicht.
 | | Forschungslandschaft Gehirn © Hemera | Bereits in vorherigen Studien hatten Wissenschaftler herausgefunden, dass bestimmte Regionen des Gehirns auch bei Erwachsenen noch imstande sind, neue Gehirnzellen zu bilden und sie in die bestehenden Strukturen einzubinden. Doch die Mechanismen, mit deren Hilfe dies geschieht, waren bisher unbekannt. Charles Greer, Professor für Neurochirurgie und Neurobiologie an der Universität Yale und seine Kollegin Mary Whitman haben nun untersucht, wie die neuen Neuronen in das Riechzentrum des Gehirn integriert werden.
Zelluläre „Erziehungsphase“
Sie stellten fest, dass die frisch gebildeten Zellen zunächst sechs bis acht Wochen weiter reifen. Während dieser Zeit empfangen sie Signale anderer Gehirnregionen. Diese bereiten die Integration vor, verhindern aber auch, dass die noch unreifen Zellen in die neuronalen Prozesse eingreifen. Erst zehn Tage nach ihrer Entstehung sind die neuen Gehirnzellen in der Lage, selbst Signale auszusenden, und erst nach 21 Tagen erscheinen wichtige synaptische Verbindungen – die Schaltstellen, über die die Gehirnzellen miteinander kommunizieren.
Die Entdeckung dieser zuvor unbekannten zellulären „Erziehungsphase“ ist vor allem für zukünftige Versuche, zerstörte Gehirnzellen zu ersetzen bedeutsam. „Wenn wir Stammzellen einsetzen wollen, um Neuronen zu ersetzen, die durch Verletzungen oder eine Krankheit verloren gegangen sind“, so Greer, „dann müssen wir sicherstellen, dass sie nicht unkoordiniert und unverhältnismäßig feuern und so Krämpfe oder Gedächtnisstörungen hervorrufen.“
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| (Yale University, 31.10.2007 - NPO) |
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