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Montag, 13.02.2012
Masseninvasion der Minke
Freigelassene Zuchtnerze als Gefahr für bedrohte Arten
Freigelassene Nerze aus Pelzfarmen können Ökosysteme ernsthaft bedrohen. Das haben jetzt Untersuchungen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) auf der chilenischen Insel Navarino gezeigt.

Amerikanischer Nerz
Amerikanischer Nerz
© U.S. NPS, Isle Royale National Park Amerikanischer Nerz
Der Amerikanische Nerz Mustela vision wird seit den 1930er Jahren in Pelztierfarmen Argentiniens gezüchtet. Einigen Tieren gelang jedoch die Flucht nach Chile. Dort bringen sie jetzt akut die Vogelwelt der Insel Navarino in Gefahr, wie Wissenschaftler um Elke Schüttler vom UFZ-Deparment Naturschutzforschung herausgefunden haben.

Die Hoffnung, die Raubtiere würden in der rauen Natur nicht überleben, erwies sich schnell als Irrtum, so die Ergebnisse des Forschungsprojektes BIOKONCHIL, das sich mit Möglichkeiten des Naturschutzes in Südamerika beschäftigt. Inzwischen hat sich diese Nerzart entlang von Wasserläufen praktisch auf der ganzen Insel verbreitet und muss gejagt werden, um am Boden brütende Vogelarten vor dem Aussterben zu bewahren.

Gefährliche Exoten auch in Deutschland
Forscherin bei der Feldarbeit
Forscherin bei der Feldarbeit
© André Künzelmann/UFZ Forscherin bei der Feldarbeit
Aber auch in Deutschland stellt der amerikanische Nerz - auch Mink genannt - bereits ein Problem dar. Da er größer und stärker ist als sein einheimischer Verwandter verdrängt der Amerikanische Nerz den Europäischen Nerz Mustela lutreola. Dieser zählt inzwischen zu den bedrohtesten Säugetierarten Europas. Die unkontrollierte Massenfreilassung von Zuchtnerzen hat nach Angaben des UFZ dazu mit beigetragen.

Invasive Arten bilden einen Schwerpunkt der Biodiversitätsforschung am UFZ, da sie zum Rückgang der Artenvielfalt wesentlich mit beitragen.
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