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Montag, 13.02.2012
Atlantis mit Bilderbuch-Landung
Forschung im Columbus-Labor kann beginnen
„Mission accomplished“ - mit diesem Kommando erklärte das Mission Control Center in Houston, Texas, den Flug des Space Shuttle Atlantis für abgeschlossen. Die Raumfähre landete am Mittwoch, 20. Februar 2008, um 15.07 Uhr Mitteleuropäischer Zeit am Kennedy Space Center in Florida. Mit der Rückkehr des deutschen ESA-Astronauten Hans Schlegel fand die größte europäische Mission der bemannten Raumfahrt ihren erfolgreichen Abschluss.

Atlantis bei der Landung
Atlantis bei der Landung
© NASA Atlantis bei der Landung
Auf dem Flug hat das Shuttle fast 13 Tage im Weltraum verbracht, von denen es neun Tage für eine bedeutende Montagemission an der ISS angedockt war: die Anbringung von Europas erstem ständigem bemanntem Außenposten im All an die Station. Das sieben Meter lange und 12,8 Tonnen schwere Columbus-Modul - ein hochmodernes, multidisziplinäres Labor - wurde am 11. Februar an das „Harmony“-Modul angedockt. Nachdem die Dichtheitstests durchgeführt und die ersten Strom-, Flüssigkeits- und Datenverbindungen hergestellt worden waren, konnte am 12. Februar die Luke geöffnet werden. Damit wurde Europas neuer Status als vollberechtigter Partner und Miteigentümer der ISS Wirklichkeit.

Das europäische Weltraumlabor Columbus ist Teil der ISS
Das europäische Weltraumlabor Columbus ist Teil der ISS
© ESA/NASA Das europäische Weltraumlabor Columbus ist Teil der ISS
„Die Crew der Atlantis und die Stammbesatzung der Internationalen Raumstation ISS haben mit ihrer Arbeit Europa einen festen Platz auf der ISS gesichert“, so Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wörner sagte weiter: „Nach der Inbetriebnahme des europäischen Raumlabors Columbus steht jetzt die Nutzung, die Forschung im Mittelpunkt. Mit Columbus hat die Forschung auf der ISS eine neue Qualität erhalten, die Forschungskapazitäten sind um 50 Prozent gestiegen. Deutschland wird bereits in der kommenden Woche das erste von 19 Experimenten im medizinischen Bereich starten."

„Hightech-Tonne“ im Erdortbit
Columbus wurde entwickelt und gebaut von der europäischen Raumfahrtindustrie unter Führung von EADS Astrium am Standort Bremen. Seit Jahren hatten nicht nur die Ingenieure der Industrie dem Start entgegen gefiebert, sondern auch die Gemeinde der Wissenschaftler, der potenziellen Nutzer der europäischen „Hightech-Tonne“ im Erdortbit.

Nachdem sich bereits in den vergangenen Tagen zeigte, dass die Inbetriebnahme ohne Probleme erfolgte, und das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen den Betrieb des Labors übernahm, können nun die ersten Experimente beginnen. Dabei werden die so genannten Nutzerzentren ein entscheidender Teil des europäischen Wissenschafts-Netzwerkes sein. An diese neun auf ganz Europa verteilten Zentren verteilt das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen die Daten der wissenschaftlichen Ergebnisse, die aus dem Weltraumlabor auf die Erde gefunkt werden.

Hans Schlegel beim Außenbordeinsatz
Hans Schlegel beim Außenbordeinsatz
© ESA/NASA Hans Schlegel beim Außenbordeinsatz
Eines dieser Zentren, das Nutzerzentrum für Weltraumexperimente befindet sich im MUSC (Microgravity User Support Centre) im DLR in Köln. Unter der Leitung des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin soll eines der ersten Experimente in der Biolab-Anlage des Columbus-Labors durchgeführt werden.

ESA baut ihren Beitrag zur ISS aus
Um Columbus nutzen zu können, muss sich die ESA im Gegenzug am Betrieb der ISS beteiligen, was sie über die unbemannten Versorgungsmissionen ihrer Automatischen Transferfahrzeuge (ATV) bewerkstelligen wird. Diese werden Ersatzteile, wissenschaftliche Experimente, Unterstützungsausrüstung für die Mannschaft (Nahrung, Kleidung), Flüssigkeiten und Treibstoff zur Station befördern und in Abständen deren Bahnhöhe wieder anheben. Das erste ATV, „Jules Verne“, soll am 8. März 2008 mit einer Ariane-5 gestartet werden.

Weitere ISS-Komponenten in der Warteschleife
Die ESA wird jedoch mit der Durchführung von Experimenten in den zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen der ISS und der regelmäßigen Entsendung von europäischen Astronauten zu Langzeitaufenthalten als Mitglieder der ständigen Bordmannschaft auch Nutzen aus der Station ziehen. Zwei ESA-Astronauten, der Belgier Frank de Winne und sein Ersatzmann, der Niederländer André Kuipers, bereiten sich derzeit auf ihre Missionen im Rahmen der ISS-Bordmannschaft „Expedition 19“ vor. Andere werden folgen.

Weitere in Europa gebaute ISS-Komponenten, darunter das Werkstoffwissenschaftliche Labor (MSL), das Trainingssystem zur Eindämmung von Muskelschwund (MARES), der Europäische Roboterarm (ERA), der Verbindungsknoten Nr. 3 und die Beobachtungskuppel, sollen zudem noch in diesem Jahrzehnt zur ISS befördert werden.
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