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Montag, 13.02.2012
Liegt Untreue in den Genen?
Zwillings-Studie zeigt Verhaltensähnlichkeiten
Untreue könnte möglicherweise genetisch vorbedingt sein – diese gewagte These haben jetzt britische Forscher aufgestellt. Nach Studien mit Zwillingen am St. Thomas Hospital in London entdeckte der Wissenschaftler Tim Spector zumindest Hinweise auf eine erbliche Komponente, berichtet BBC-online.

Verliebtes Paar
Verliebtes Paar
© IMSI MasterClips
Spector hatte die Studie bei Zwillingsschwestern durchgeführt. Es zeigte sich, dass bei Frauen, die ihrem Partner betrogen, auch 55 Prozent der Zwillingsschwestern untreu waren. Der Forscher räumte allerdings gleich ein, dass die Zahl der untreuen Frauen mit etwa 23 Prozent wesentlich niedriger sei als die der Männer. Nach Angaben von Spector war aber die Treue-Rate bei den Zwillingsschwestern sehr ähnlich. Am offensichtlichsten waren die Übereinstimmungen bei eineiigen Zwillingspaaren, die genetisch identisch sind. Der Wissenschaftler räumte aber auch ein, dass soziale Faktoren einen wesentlichen Bestandteil der Treue ausmachten.

Umgekehrt ist die Frage der Treue im evolutionären Kontext überhaupt anders zu verstehen: Um gute Gene für den Nachwuchs zu erhalten, sei es sinnvoll, etwas Besseres zu nehmen, wenn es diese Option gebe. Dennoch weist der Forscher Spekulationen zurück, dass es ein eigenes "Treue-Gen" gebe. "Umgekehrt sind natürlich verschiedene Gene vorhanden, die sozusagen zusammenwirken", führt der Experte aus.

Die Soziologin und Psychologin Petra Boynton meint dazu, dass es sehr schwierig sei festzustellen, welche Elemente des Verhaltens vererbt und welche gelernt wurden. "Wenn ein Kind sieht, dass seine Mutter hinter dem Rücken des Vaters agiert, fällt es ihm definitiv leichter, dieses Verhalten auch nachzuahmen", so Boynton. Das habe allerdings wenig mit der genetischen Prädisposition zu tun.

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