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Montag, 13.02.2012
Greenpeace testet Mais auf Gentechnik
Geheime Gen-Mais-Felder sollen aufgedeckt werden
Dem Gen-Mais auf der Spur – dies ist die Devise einer neuen Aktion des Umweltschutzorganisation Greenspeace, die gestern gestartet ist. Vier Wochen lang untersuchen Wissenschaftler dafür Maisproben aus ganz Deutschland auf Gentechnik. Die Proben sollen Hinweise auf geheim gehaltene Gen-Mais-Felder geben. Die ersten öffentlichen und kostenlosen Schnelltests führte Greenpeace gestern in Magdeburg durch.

Genmais
Genmais
© IMSI MasterClips
Als Probe genügt ein Maisblatt. Landwirte und Imker, die eine Verunreinigung von Ernte oder Honig durch benachbarte Gen-Mais- Felder befürchten, erhalten so schnelle Unterstützung.Kennen sie die genauen Standorte der Gen-Pflanzen, können sie sich gegen Pollenflug und ungewollte Vermischung von Ernten wehren.Greenpeace wendet sich mit dieser Aktion gegen die fortgesetzte Geheimhaltung der Anbauflächen mit Gen-Mais.

In Deutschland wächst Mais auf etwa 1,5 Millionen Hektar. Die jetzt angebauten 300 Hektar Gen-Mais erstrecken sich zwar auf nur 0,2 Promille der Maisanbaufläche. Sie bedeuten aber für Landwirte, die gentechnikfrei produzieren wollen, eine erhebliche Verunsicherung, da die Maispollen auch ihre Felder verschmutzen können.

"Die staatliche Geheimniskrämerei muss beendet werden", erklärt Henning Strodthoff, Gentechnikexperte von Greenpeace. "Wir brauchen Transparenz für Bauern, Imker und Verbraucher, um die gentechnikfreie Landwirtschaft zu schützen." Die Maisproben können im Magdeburger Greenpeace-Büro abgegeben oder eingeschickt werden. Greenpeace wird die Überwachungsbehörden der Länder und des Bundes sowie die Öffentlichkeit über entdeckte Gen-Mais-Felder informieren.

Die Landesregierung Sachsen-Anhalts verweigert weiterhin eine Offenlegung der Gen-Maisflächen und verstößt damit gegen die Europäische Freisetzungsrichtlinie 2001/18, die ein öffentliches Register für die Standorte der Gen-Pflanzen vorschreibt. Auch die Informationspolitik des Projektträgers Innoplanta schafft keine Transparenz. "Der Verband hat zwar eine Hotline für Landwirte eingerichtet, informiert aber willkürlich und völlig unzureichend. Das kann eine behördliche Auskunft nicht ersetzen", sagt Strodthoff. Greenpeace hatte bereits mit einer offiziellen Anfrage bei der Landesregierung Sachsen-Anhalts erste juristische Schritte gegen die Geheimhaltung der Flächen eingeleitet.
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